O/N-F1 Modernisierung und Neukonzeptionierung Heljensbad

"Wir vereinen Zielgruppen und verknüpfen aktiv Bewegung, Freizeit und integrative Angebote."


Gebäudeansicht Ersatzneubau Multifunktionsbad
Quelle: POS4 Architekten Generalplaner GmbH

Maßnahmenziele:
- Unterstützung der sozialen Integration
- Kopplung von Sport und Freizeit mit niederschwelligen Beratungsangeboten
- Bereitstellung von Sport-, Bewegungs- und Gesundheitsangeboten
- Neubau des Hallenbads, CO2-neutraler Betrieb, Klimaschutz
- Neugestaltung und Aufwertung der Außenanlagen des Heljensbades

Heljensbad - Ersatzneubau Multifunktionsbad Heiligenhaus

Auftragserteilung erfolgte am 21.05.2026

Das Projekt

Die Stadtwerke Heiligenhaus planen den Ersatzneubau für ein ganzjährig nutzbares Multifunktionsbad im Rahmen eines Totalunternehmer-Modells. Der Neubau des Heljensbades wird ergänzt durch die Sanierung und Erweiterung eines Bestandsgebäudes, welches von ortsansässigen Vereinen genutzt wird.

Zu den Leistungen von DEPENBROCK gehört Planung, Abbruch des Bestandshallenbades, Errichtung, Erstellung der Außenanlagen sowie Sanierung der Freibadeinrichtung und Vereinsflächen. Die Instandhaltung des Multifunktionsbades über 20 Jahre ist ebenfalls in bestimmten Gewerken Leistungsbestandteil.

Die Architektur

Das neue Heljensbad entsteht auf dem Gelände des Bestandsbades zwischen Oberilp und Nonnenbruch und wird als funktionales, barrierefreies und nachhaltiges Ensemble mit klarer Raumstruktur konzipiert. Die architektonische Gliederung folgt einer prägnanten Zweiteilung aus Sockelbaukörper und Hallenvolumen, wodurch die unterschiedlichen Nutzungsbereiche eindeutig ablesbar sind. Ein eingeschossiger Sockelbaukörper zum Parkplatz hin bildet die adressbildende Basis des Gebäudes. Hier befinden sich der Haupteingang, ein separater Zugang für Schulen und Vereine sowie die Umkleidebereiche und das zentrale Foyer. Der Sockel integriert zudem das Vereinshaus und bündelt alle ergänzenden Funktionen in einer kompakten Einheit.

Der Hallenbadkörper entwickelt sich zum Freibad hin aus dem Sockel heraus und fügt sich in den Hang ein. In seiner organischen Form reagiert er auf die umgebende Baumkulisse und fügt sich selbstverständlich in den landschaftlichen Kontext ein. Bereits vom Foyer aus öffnen sich gezielte Blickbeziehungen in die Landschaft , zum Freibad sowie in die Schwimmhalle mit Kinderbereich, wodurch Innen- und Außenräume eng miteinander verknüpft werden. Gestalterisch prägen Transparenz und Offenheit das Gebäude. Der Sockel wird durch Verblendmauerwerk in warmen Erdtönen geprägt, während der Hallenbau durch horizontale Sandwichpaneele eine klare, funktionale Struktur erhält. Im Innenraum dominiert Holz als prägendes Material für Tragwerk und Decken und schafft eine warme, atmosphärische Raumwirkung. Großzügige Verglasungen und aufschiebbare Fassadenelemente schaffen fließende Übergänge zwischen Innen- und Außenraum und ermöglichen eine flexible, ganzjährige Nutzung.

Gebäudeansicht und Außenschwimmbecken Ersatzneubau Multifunktionsbad
Quelle: POS4 Architekten Generalplaner GmbH

Der Hallenbadbereich umfasst ein 315,5 m² großes Sportbecken mit fünf Bahnen, ein 78,5 m² großes Sprungbecken mit 1-Meter-Sprungbrett und 3-Meter-Plattform, ein 100 m² großes Lehrschwimmbecken mit Hubboden (0–1,25 m), ein 45 m² großes Planschbecken sowie ein 25 m² großes Solebecken. Der Freibadbereich wird als vielseitige, familienorientierte Freianlage mit einem Multifunktionsbecken mit zwei 50-m-Schwimmbahnen und Nichtschwimmerzone ausgebildet. Ergänzt wird die Anlage durch einen Spraypark für Kinder sowie großzügige Liegewiesen und flexibel nutzbare Aufenthaltsflächen.

Energie- und Nachhaltigkeitskonzept

Das Heljensbad wird klimafreundlich und nachhaltig nicht nur gemäß den Anforderungen des GEG, sondern nach den Anforderungen eines Effizienzgebäudes 40 errichtet.

Die Wärmeversorgung erfolgt mittels Luft-Wasser-Wärmepumpen, die mit klimafreundlichem Kältemittel mit niedrigem GWP errichtet werden. Die zentrale Warmwasserbereitung wird für die Duschbereiche über eine effiziente Frischwasserstation realisiert und ebenfalls über die Luft-Wasser-Wärmepumpen mit nachgeschalteter Wasser-Wasser-Wärmepumpe mit Wärme versorgt.

Zusätzlich werden Heizstäbe im Heizungs-Pufferspeicher eingesetzt, mit denen ein Teil der überschüssigen elektrischen Energie der PV-Anlage in Warmwasser umwandelt wird.

Die Gebäude verfügen über Zu- und Abluftanlagen die die thermodynamischen Vorgänge Luftaustausch, Beheizung und Wärmerückgewinnung erfüllen.

Die Badewassertechnik erhält für den ressourcenschonenden Betrieb eine zentrale Spülabwasseraufbereitung, womit bis zu 75% des Spülabwassers aus Filterspülungen als Füllwasser zurückgewonnen werden kann.

Die elektrische Energieversorgung erfolgt über eine kundeneigene Mittelspannungsschaltanlage und niederspannungsseitiger Verteilung im Gebäude.

Unter Berücksichtigung einer möglichst hohen Eigenverbrauchsquote, werden auf den Dächern der Gebäude, PV-Anlagen errichtet, welche zusammengefasst eine maximale Leistung von ca. 258 kWp aufweisen.

Das Gebäude verfügt zudem über ein Energieerfassungssystem mit M-Bus-Zählern, um den Energiebedarf transparent dokumentieren zu können und Energieeinsparungspotentiale sichtbar zu machen.


Auftraggeber:
Stadtwerke Heiligenhaus GmbH

Leistungen DEPENBROCK:
Planung I Abbruch I Sanierung I schlüsselfertige Errichtung | Instandhaltung (Gebäudemanagement 20 Jahre)

Architekt:
POS4 Architekten Generalplaner GmbH

Landschaftsplaner:
KRAFT.RAUM. Landschaftsarchitektur und Stadtentwicklung

Projektvolumen:
ca. 51 Mio. € brutto

Planungs- und Bauzeit:
05/2026 bis 10/2028

Projektlaufzeit:
05/2026 bis 10/2048

Bruttogrundfläche (BGF):
ca. 5.153 m²

Vertragsmodell:
Verhandlungsverfahren mit Projektvertrag

Wort-Bild-Marke der Stadt Heiligenhaus
Logo Stadtwerke
Logo Depenbrock
Logo POS4

Heljensbad - Die Projektidee

Das Heljensbad liegt zwischen den beiden Stadtteilen Oberilp und Nonnenbruch der Stadt Heiligenhaus. Nach Abriss des Bestandes wird ein modernes zukunftsfähiges Schwimmbad am heutigen Standort für Zwecke der Begegnung, der kulturellen und sozialen Versorgung, der außerschulischen Bildung, des Sportes sowie zur Integration von Zuwander:innen neu errichtet werden. Mit der Modernisierung und Neukonzeptionierung entsteht im Sinne eines Modellvorhabens ein energieeffizientes, ökologisch beispielhaftes Schwimmbad, dessen energetisches wie nutzungsspezifisches Konzept auf andere städtische Schwimmbäder übertragbar ist. Mit dem Außenanlagenkonzept, dem Schwimmbad und den zusätzlichen Raumangeboten für Bildung und Vernetzung werden prioritär zielgruppenspezifische Angebote für Kinder und Jugendliche, Menschen mit Flucht- und/oder Migrationshintergrund, Familien mit geringem Einkommen und älteren Menschen geschaffen, wodurch die Maßnahme direkt auf Nichtdiskriminierung und die Verbesserung der sozialen und demografischen Situation ausgerichtet ist.

Auch die Bürgerbeteiligung und die Workshops im Rahmen des ISEK haben gezeigt, dass es im Projektgebiet einen hohen Bedarf an Sport- und Freizeitangeboten besonders für die Gruppe der Kinder und Jugendlichen gibt. Gleichzeitig zeigt die Analyse des Sozialraums einen hohen Unter-stützungsbedarf bei Menschen mit geringem Einkommen und bei Familien mit Migrationshintergrund.

Das Heljensbad hat bereits heute eine wichtige Funktion für die Menschen im Stadtteil. Zukünftig soll es darüber hinaus ermöglichen, über die Sport- und Freizeitangebote einen niederschwelligen Zugang für die o. g. Personengruppen zu ermöglichen und in der Folge gezielt Beratungsleistungen anbieten zu können. An diesem Standort soll durch die Bündelung einer Vielzahl von Freizeit- und Bewegungsangeboten sowie ergänzenden Beratungs- und Bildungsangeboten rund um die Themen Gesundheit und Fitness ein Raum für gesellschaftliche Begegnung angeboten bzw. der soziale Zusammenhalt gestärkt werden.

Das Bad befindet sich in einem sehr schlechten baulichen Zustand und hat auch einen hohen energetischen Sanierungsbedarf. Es besteht daher die Gefahr, dass das Bad die o.g. Funktionen zukünftig nicht mehr wahrnehmen kann. Die bisher durchgeführten Planungen haben gezeigt, dass eine Sanierung des Bades unwirtschaftlich ist. Darüber hinaus werden zur Umsetzung neuer Angebote entsprechende zusätzliche Räumlichkeiten benötigt. Vor diesem Hintergrund ist ein Neubau des Heljensbades erforderlich. Ziele sind die funktionale Verbesserung, die Anpassung an aktuelle Bedürfnisse sowie eine energetische Optimierung, an deren Ende ein weitestgehend CO2-neutraler Betrieb des Gebäudes steht.

Der aktuelle Zeitplan sieht vor, dass Schwimmbad im Jahr 2026 zeitweise zu schließen. In den darauf folgenden Jahren soll ein Ersatzneubau errichtet werden. Des Weiteren soll das Gebäude mit Kegel- sowie Schießanlage aufgestockt werden.

Zuwendung des Landes Nordrhein-Westfalen aus dem EFRE/JTF-Programm NRW 2021-2027

Dieses Vorhaben wird aus Mitteln des Eropäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und aus Mitteln der Städtebauförderung gefördert. Hierzu wurden der Stadt Heiligenhaus im Dezember 2024 die entsprechenden Fördergelder bewilligt.